Überblick über die Graduiertenschule für Geisteswissenschaften und Soziologie

Die Graduiertenschule für Geisteswissenschaften wurde 1953 im Zuge der Neuorganisation der Universität Tokyo nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet. Zehn Jahre später entstand die Graduiertenschule für Soziologie. 1995 wurden sie zur gegenwärtigen Graduiertenschule für Geisteswissenschaften und Soziologie vereinigt.

Die Graduiertenschule hat zum Ziel, den Studierenden im Master- und Promotionsprogramm ein hohes Niveau des kulturellen Verständnisses sowie der Reflexions- und Ausdrucksfähigkeit zu vermitteln. Hierzu versammelt sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die zum kulturellen Fortschrift sowie zum Verständnis des menschlichen Denkens, der Geschichte, Sprache, Literatur und Gesellschaft maßgeblich beitragen. Damit fördert die Graduiertenschule Studierende, die sich mit Grundfragen des Denkens, der Geschichte, Sprache, Literatur und Gesellschaft selbständig auseinandersetzen können. Von den Studierenden wird erwartet, dass sie einen hohen Grad der Fremdsprachenbeherrschung erreichen und tragfähige Forschungsprojekte durchführen können. Zusammenfassungen der an der Graduiertenschule verteidigten Dissertationen sind in der Dissertationsdatenbank abrufbar.

Die Graduiertenschule besteht aus sieben Abteilungen. Eine Abteilung gliedert sich i.d.R. in mehrere Programme und jedes Programm umfasst mehrere Studienrichtungen. Die Programme entsprechen größtenteils den Seminaren, die im Überblick über die Fakultät vorgestellt werden (s. dort). Nur die Abteilungen für Kulturressourcenforschung und Koreanistik sind von der Fakultät unabhängig und haben kein entsprechendes Seminar in ihr.


Kulturelle Grundlagen
    Sprachwissenschaft, Archäologie, Kunstgeschichte (einschließlich Kunstgeschichte Ostasiens), Philosophie, Ethik, Religionswissenschaft, Ästhetik, Psychologie
Die Abteilung Kulturelle Grundlagen strebt ein vertieftes Verständnis von Kognition und Emotion des Menschen an. Sie sucht menschliche Sprachen und Konzeptionen sowie kulturelle Objekte und Systeme theoretisch zu erfassen und zu verstehen. Dabei hat sie den Anspruch, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auszubilden, die Einsicht in die Grundlagen der Kultur besitzen und zur kulturellen Weiterentwicklung beitragen.
Japanologie
    Japanische Sprache und Literatur, Japanische Geschichte
Die Abteilung Japanologie untersucht die Geschichte der japanischen Gesellschaft sowie ihrer kognitiven und emotionalen Konzepte aus internationaler Perspektive. Das Programm Japanische Geschichte und das Programm Japanische Sprache und Literatur arbeiten hierbei eng zusammen. Diese Abteilung bildet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus, die ein vertieftes Verständnis der japanischen Kultur besitzen und dadurch zum interkulturellen Austausch beitragen können.
Asienstudien
    Chinesische Sprache und Literatur, Ostasiatische Geschichte und Gesellschaft, Ostasiatische Ideen- und Kulturgeschichte, Süd- und südostasiatische Geschichte und Gesellschaft, Indische Literatur, Indische Philosophie und Buddhismusforschung, Westasiatische Geschichte und Gesellschaft, Islamwissenschaft
Die Abteilung Asienstudien analysiert die zahlreichen Aspekte und diffizilen historischen Entwicklungen des Denkens, der Religionen, Sprachen und Literaturen sowie der Gesellschaften, Politiken und Ökonomien in der Region Asien. Sie bildet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus, die durch ein vertieftes Verständnis der kulturellen Zusammenhänge und Wandlungen in Asien die kulturelle Weltlage aus einer pluralistischen Perspektive zu betrachten vermögen.
Europastudien und Amerikanistik
    Griechische und Lateinische Sprache und Literatur, Französische Sprache und Literatur, Südeuropäische Sprachen und Literaturen, Englische Sprache und Literatur, Deutsche Sprache und Literatur, Slawische Sprachen und Literaturen, Gegenwartsliteraturforschung, Westliche Geschichte
Die Abteilung Europastudien und Amerikanistik fördert in den Studienrichtungen Sprache, Literatur und Geschichte die Fähigkeit zur Quelleninterpretation sowie das Verständnis für die Grundlagen und Entwicklungen der europäischen und amerikanischen Kulturen von der Antike bis zur Gegenwart. Hier werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgebildet, die einen Beitrag zum kulturellen Fortschritt leisten können.
Soziokulturelle Studien
    Soziologie, Sozialpsychologie
Die Abteilung Soziokulturelle Studien beschäftigt sich mit der menschlichen Gesellschaft und den Phänomenen, die sich aus sozialen Interaktionen ergeben. Sie versucht, mit Hilfe wissenschaftlicher Verfahren wie Experiment, Beobachtung und Quellenanalyse den vielfältigen gesellschaftlichen Problemen auf den Grund zu gehen und zu ihrer Lösung beizutragen. Sie bildet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus, die mit weitem intellektuellen Horizont und wissenschaftlichem Ethos zum kulturellen Fortschrift beitragen können.
Kulturressourcenforschung
    Kulturmanagement, Materielle Ressourcen, Dokumentarische Ressourcen, Philologische Ressourcen
Die Abteilung Kulturressourcenforschung beschäftigt sich mit der Aushebung, Konservierung, Edition und Auswertung kultureller Ressourcen, um diese für Forschung und Gesellschaft nutzbar zu machen. Diese Abteilung fördert auch die Einrichtung und Entwicklung neuer Ressourcen. Für beides bildet sie Fachpersonal aus.
Koreanistik
    Koreanische Geschichte und Gesellschaft, Koreanische Sprache, Literatur und Philosophie, Interkultureller Austausch im Nordosten Asiens
Die Abteilung Koreanistik untersucht die koreanische Kultur und ihren Austausch mit Nachbarkulturen in synchroner wie diachroner Hinsicht. Methodisch kommen dabei unter anderem Geschichtswissenschaft, Soziologie, Sprachwissenschaft, Philosophie und Anthropologie zum Zug. Diese Abteilung beteiligt sich auch an einer Neuausrichtung der Koreanistik und sichert dafür den wissenschaftlichen Nachwuchs.